Freihandelsabkommen mit Mercosur

Zurzeit laufen Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der EFTA (Schweiz, Norwegen, Lichtenstein und Island) und dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur (Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay). Im Juli 2018 fand in Genf die vierte Verhandlungsrunde statt. 

Ein Freihandelsabkommen könnte für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft schwere Konsequenzen haben.

SALS fordert, dass folgende Punkte zwingend eingehalten werden:

  • Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft darf nicht als Tauschmittel missbraucht werden nur um in anderen Bereichen besserer Marktzugang zu erlangen.
  • Sensible Produkte müssen aus den Verhandlungen ausgenommen werden, unter anderem Rindfleisch, Geflügelfleisch, Getreide, Ölsaaten und Zucker.
  • Harte Verhandlungen führen. Ein Abkommen mit dem Mercosur darf nicht als Vorwand dienen um die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zu schwächen.

Die Vorabklärungen der SALS haben folgende Erkenntnisse gebracht:

  • Die Mitglieder des Mercosurs sind Agrargrossmächte.
  • Die Produktionsmethoden im Mercosur unterscheiden sich stark von den Schweizer Standards.
  • Die Landwirtschaft der Mercosur Länder ist sehr industriell. Es kommen, unter anderem, GVO Produkte zum Einsatz.
  • Eine Analyse der Handelsbilanzen zeigt, dass die Schweiz vorwiegend zuvor importierte und veredelte, oder verarbeitete Agrarprodukte nach Brasilien exportiert, wie zum Beispiel Nespresso oder Red Bull. Typische Schweizer Spezialitäten, wie beispielsweise Käse, machen nur einen marginalen Teil der Agrarexporte aus (zum Beispiel knapp 25 Tonnen Käse im Jahr 2017).
  • Kommt es zu einem Abkommen, ist es nicht wahrscheinlich, dass der Export von Spezialitätenprodukten in den Mercosur derart zunehmen könnte, dass die zu erwartenden Verluste mit niedrigpreisigen Produkte abgefedert werden könnten. Somit dominieren für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor die Risiken.